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1776

 Quelle: Kirchengemeinde Denzlingen

Quelle: Kirchengemeinde Denzlingen

 
Hofrat Johann Georg Schlosser
 
 
Turmhelm und Brüstung 
 

Quelle: Kirchengemeinde Denzlingen, Hartmut Nübling

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Was suchen Vogt Conrad Nübling und Hofrat Schlosser im Jahr 1776 auf dem Turm?

 

Welches Problem sollte durch dieses Treffen gelöst werden?

Zu welcher Uhrzeit traf sich die Kommission und wo war der Treffpunkt?

Welchen Lösungsvorschlag unterbreitete der Vogt?

 

Bei einer Kirchenvisitation anno 1776 wurde vom Pfarrer beanstandet, dass die Unterdörfler immer zu spät in die Kirche kämen. Gegen diese Anschuldigung haben sie sich gewehrt. Der Grund für ihre Verspätung wäre darin, dass im Unterdorf die Glocken nicht zu hören seien. Der Vogt Conrad Nübling hat diese Argumentation unterstützt. Er brachte im Namen der Unterdörfler den Antrag vor, dass man die Glocken im Turm höher hängen sollte, damit man sie im Unterdorf auch hören könne.1

Dieser Vorschlag wurde über das Oberamt Emmendingen an den Markgrafen in Karlsruhe weitergeleitet. Er löste einen heftigen Streit zwischen dem Oberamt Emmendingen und dem Margarethen Stift Waldkirch aus. Dabei ging es vor allem um die Kosten.

Die Markgrafschaft Hochberg stimmte dem Vorschlag des Vogtes sofort zu, weil für den Turm das Stift in Waldkirch kostenpflichtig war. Dieses wehrte sich verständlicherweise, da es kein Interesse hatte, für einen evangelischen Kirchturm Geld auszugeben.

Ein Ortstermin sollte die Lösung in dieser Sache bringen. Am 20. Juni 1776 wurde eine gemeinsame Besichtigung und Erörterung des Problems an Ort und Stelle vorgenommen. Aus einem vorhandenen Protokoll  erfahren wir den genauen Ablauf dieser gemeinsamen Besichtigung. Von Emmendinger Seite nahmen der Hofrat Schlosser, Schwager von Johann Wolfgang von Goethe, und dessen Landbaumeister Zoller teil. Von Seiten des Margarethenstifts Waldkirch kamen Hochwürden Custos Ringwald, Amtsverwalter Franz Mathias und Zimmermeister Anton Böhler. Die Gemeinde Denzlingen war durch Vogt Conrad Nübling und Beat Scherberger, Gerichtsmann, vertreten. 

 

Und hier ist das Ergebnis der Besichtigung nachzulesen:

Quelle: Hartmut Nübling

1 Generallandearchiv Karlsruhe, zur Pfarrei Denzlingen gehörende Akten, Abt. 229/17797

Quelle:  Die Denzlinger Nübling Familien, 1985,
herausgegeben von Dieter Ohmberger