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Simplizissimus auf dem Turm?

 Quelle: Erwin Krumm, Hartmut Nübling

Quelle: Erwin Krumm, Hartmut Nübling

 

Der 30-jährige Krieg hat auch Denzlingen seine Zerstörungen gebracht. Die Geschichte von Oliver und Simplicius ist keine erfreuliche Geschichte. Sie nutzen den Turm als Ausguck und verschwinden nach einer Gräueltat in den Wald. Das Bild in der Grundschule nebenan wirkt dagegen fast romantisch und verdeckt die Schrecken jener Zeit.

 

Was ist der Bezugspunkt in der Geschichte, dass das Versteck von Oliver auf diesem Kirchturm gewesen sein könnte?

 

Als im Jahre 1958 die Denzlinger Grundschule umgebaut und erweitert wurde, beauftragte Herr Bgm. Albert Höfflin, den Kunstmaler Erwin Krumm Entwürfe für ein Wandgemälde einzureichen. Thematisch hatte er freie Wahl.  

Der eine Entwurf – im Querformat – stellte dar, wie Simon vom Walde, hoch zu Ross mit den Seinen und dem Gesinde zum Gottesdienst bei der Severin-Kapelle eintrifft.

Der andere Entwurf – im Hochformat – zeigte eine Szene aus dem 30jährigen Krieg, wie sie sich auf der Plattform des alten St. Georg-Kirchturms mit der schönen Steinpyramide abgespielt haben könnte. Das Thema entstammt dem Roman von H. J. Chr. von Grimmelshausen „Der abenteuerliche Simplizissimus“; er behandelt bekanntlich das Schicksal eines deutschen Bauernbuben im 30jährigen Krieg und ist der erste deutsche Roman.

Für diesen Entwurf entschied sich die Gemeinde.

Die Szene wird im 17. Kapitel geschildert, - im 6. Buch – und es geht um folgendes: Simplizimus hatte, seinen ehemaligen Feldgenossen Olivier wieder getroffen, der vom Lager der Weimarischen vor Breisach  desertiert war und sich als „Merode-Bruder“ (Marodeur), vom Raube lebend, im Breisgau herumtrieb. Auf einem Kirchturm hatte er sich einen Luginsland eingerichtet und hielt dort auch einen Teil seiner Beute versteckt. Hierhin führte er Simplicius, der sich dabei mit einem schlechten Gewissen und bußfertigen Gedanken plagte.

Erwin Krumm schreibt zum Bild und zur Ausführung:

Quelle: Erwin Krumm, Hartmut Nübling

 

Der Text, an dem er sich orientierte, stammt aus „Der abenteuerliche Simplizissimus“.

Was der Simplizissimus in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges in unserer Heimat (nach Jensen in Denzlingen) erlebte, hat der Maler Erwin Krumm im Treppenhaus der Grundschule in einer Szene dargestellt. In der Jugendbearbeitung (von Pfeiffer – Belli, Droemersche Verlagsanstalt Knaur 1960) sind die folgenden Kapitel enthalten:

- Wie Simplizissimus auf Olivier traf

- Simplizissimus und Olivier schauen vom Kirchturm über das menschenleere Dorf

- Der Überfall in der Dorfstraße

Hier der Text zum Nachlesen:  

Quelle: Erwin Krumm, Hartmut Nübling

 

12.03.2015 hn

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