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Georg

Der Name „Georg“ als Patrozinium findet sich zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1345. Der Freiburger Bürger Steffan Summerlin verkauft dem Freiburger Bürger Johansen von Rinnovwe Liegenschaften zu Tentzelingen, die mit Abgaben an die Georgskirche (sant Gerien kilchow ) belastet sind. 


Das Patrozinium bezieht sich auf die historische Gestalt des Georg aus Kappadozien und seiner Verehrung als "Heiliger". Er kam als Märtyrer in der Christenverfolgung unter Diokletian um´s Leben. Sein Todestag ist der 23. April 303 n. Chr.. Ausführliche Angaben zu seiner Person sind nicht vorhanden.

Der Mainzer Erzbischof und Reichenaus Abt Hatto I. erhielt 896 vom Papst Formosus in Rom Reliquien, die seitdem in der Georgskirche auf der Insel Reichenau verehrt wurden. Aufgrund des legendären Charakters des Heiligen wurde Georg 1969 von der römisch-katholischen Kirche aus dem „Calendarium Romanum Generale" gestrichen, jedoch 1975 wieder eingefügt.

Im "Evangelischen Namenskalender" ist der Hl. Georg am 23. April erwähnt, am selben Tag wie im „Katholischen "Heiligenkalender".

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_(Heiliger)     31.08.2018

Der "Ritter Georg" wird seit dem 12 Jh. als Drachenkämpfer dargestellt, der gegen das Böse kämpft und dabei Gutes tut. Diese Legende (aus „Legenda aurea“) ist die Vorlage für die ikonographische Darstellung auf dem Wandteppich, der sich im Kirchenraum befindet.

Der Wandteppich wurde von der Denzlinger Künstlerin Zoja Elchlepp gestaltet. Seit 2003 hängt dieses Bild in dieser Kirche. Die Tapisseriekunst ART PROTIS ist mit dem künstlerischen Schaffen von Zoja Elchlepp verbunden.  http://www.artprotis.com/technik.htm

 

Wann findet sich die erste urkundliche Nennung des Namens Georg?
Seit wann befindet sich dieser Wandteppich in der Kirche?
Wie war doch die Geschichte von Georg?
 
 

Im Jahr 2002 wurde der Kirchturm der ev. Kirche in Denzlingen renoviert. In einer Vortragsreihe wurden begleitend zu den Arbeiten am Turm Aspekte der Geschichte der Kirche und des Turms vorgestellt. Im Anschluss daran entstand eine Diskussion über die mögliche Verwendung des Namens „St. Georg“. Bisher nannte man die Kirche „Evangelische Kirche“. Auch wenn die Verwendung von „Sankt“ nicht zur evangelischen Tradition gehört, hat der ev. Kirchengemeinderat beschlossen, alternativ zu „Evangelische Kirche Denzlingen“ den Namen „Evangelische Kirche St. Georg“ bei Einladungen und Plakaten zu verwenden.

 

 
Quelle: Kirchengemeinde Denzlingen, hn
 
 

 
Auszüge aus der Dialogpredigt zu Mk 9, 17-27 und dem Hl. Georg, sowie dem Drachen (Wolfgang Rüter Ebel)

17. Sonntag nach Trinitatis (26.9.1999) am Herbstfest (anlässlich der Ausstellung der Teppiche von Frau Zoja Elchlepp           

Es war in der Nähe von Beirut im heutigen Libanon. In einem See hauste ein ungeheurer Drache und machte Wasser und Land unsicher. Manchmal kam das Un-Tier bis vor die Tore der Stadt, wo es die Luft verpestete. Man beschloss, ihm zwei Schafe täglich zum Opfer zu bringen. Aber bald gingen die Schafe aus. Man befragte das Orakel. Die Antwort lautete, man müsse dem Drachen Menschenopfer bringen. Und die, die dem Tod geweiht würden, durch das Los bestimmen ...

Eines Tages fiel in Beirut das Los auf Margarete, die Tochter des Königs. Der König verweigerte seine Tochter, aber das Volk war aufrührerisch und drohte, das Schloss in Brand zu stecken. Der König gab nach. Er lieferte seine Tochter aus, mit Festkleidern geschmückt. Man führte Margarete zu der Stätte, an der das Ungeheuer sich ihrer bemächtigen würde. Sie lehnte sich, in Tränen zerfließend, an einen Felsen.

Aber siehe, am Felsen vorüber kommt der heilige Georg des Weges. Er sieht die weinende Jungfrau, tritt herzu und fragt sie nach dem Grund ihres Kummers. Sie erzählt ihm alles. Der heilige Held bleibt ihr zur Seite.

Soweit der Beginn der alten Legende vom heiligen Georg. Im weiteren verwundet der Held den Drachen, die junge Königstochter legt ihm seinen Gürtel als Halsband um und führt es in die Stadt. Und Georg spricht zum jubelnden Volk: wenn es an Gott glauben wolle, so würde er das Ungeheuer vollends töten. Darauf ließ der König sich taufen und 20.000 mit ihm. Außerdem wollte er Georg mit Schätzen und Ehren überhäufen; aber Georg ließ alles den Armen verteilen, umarmte den König und zog seiner Wege.


Liebe Gemeinde, die Kirche, in der wir Gottesdienst feiern, heißt nach der Tradition “St. Georg”. Vermutlich ist der Name in alter Zeit noch vor der Reformation geprägt. Die Männer der Reformation haben dann gründlich aufgeräumt mit der Verehrung und mit der Anbetung der Heiligen. Mit dem Argument: Christenmenschen brauchen nichts als Christus zwischen sich und Gott. Mit diesem Aufräumen sind aber auch die Geschichten der Heiligen selbst mehr oder weniger verloren gegangen.

So war das aber auch in der Reformation nicht gemeint. Im Augsburger Bekenntnis einer der wichtigen Schriften der reformatorischen Bewegung  heißt es im Artikel über die Heiligen: “Es wird ... gelehrt, dass man der Heiligen gedenken soll, damit unser Glaube dadurch gestärkt wird. Dass wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren ist. Außerdem soll man sich an ihren guten Werken ein Beispiel nehmen, jeder für seinen Lebensbereich.”

Wir sehen nun hier einige künstlerisch-gefertigte Teppiche. Mit verschiedenen Motiven.

  • Dort ist der Prophet Elia in der Wüste.
  • Dort der fallende Engel. Beides biblische Motive.
  • Dieser, der aussieht wie der “Leibhaftige” selber, ist      es nicht: Es ist der Allgott “Pan” aus der griechischen Mythologie.
  • Und hier schließlich: der heilige Georg.

Wir hören heute die Legende vom Georg, dem Drachentöter, zusammen mit dem Predigttext aus dem Markus-Evangelium. Jesus treibt einen bösen Geist aus. Georg treibt ebenfalls einen bösen Geist aus er tötet den Drachen. Jesus heilt den Jungen. Und Georg rettet die Stadt. Er sieht sich in der Nachfolge Jesu. Er vertreibt mit dem Drachen auch das finstere Heidentum; samt den Menschenopfern.

Mir kommen da einige Fragen, die ich zunächst zurückgeben will an dich, Rainer. Zum einen: die Vergleichbarkeit von Jesus und Georg hat ja ihre Grenzen. Meine Vorstellung von Jesus ist nicht so sehr die eines Helden. Jesu Heilung sehe ich als einen Machterweis Gottes. Die Tat des Heiligen aber ist uns als Vorbild gedacht. Während Jesus ja nur begrenzt für uns Vorbild sein will. Wie kann das zusammenhängen? Und wie können wir das übertragen auf uns?

(...)

“Alles, was in der Nähe Jesu geschieht, hat Zukunft” - Diesen Gedanken will aufnehmen. Ich denke, man sieht diesem Georg diese Nähe an. Das gefällt mir an dieser Darstellung, dass dieser Georg nicht so naturalistisch heldenhaft ist. Dieses leichte, diese Schleier, diese Wolken - da bleibt Raum für Geheimnisse. Da ist nicht alles klar. Er scheint durchdrungen von einer ganz anderen Wirklichkeit - von einer Wirklichkeit, die für ihn wichtig ist: davon weiß er sich bestimmt, davon weiß er sich beauftragt. Im Namen des Auferstandenen ist er unterwegs. Die Nähe zum Auferstandenen meine ich, ihm anzusehen.

Das, was er tut im Namen Jesu, ist verblüffend. Nicht, dass er den Drachen besiegt. Nein, vorher: Er nimmt die junge Frau wahr. Er fragt nach ihrem Leid. Er weicht der übergroßen Aufgabe nicht aus. Er sieht dem Drachen ins Auge. Das finde ich verblüffend. Er sieht hin - liebevoll sieht er hin. Denn er weiß: sein Auftraggeber, der Auferstandene, hat diesen Drachen schon längst besiegt. So kann er ihm ins Auge sehen.

Das kann uns anspornen, den Kampf aufzunehmen mit dem, was unser Leben bedroht wie dieser Drache. Du hast vorhin Beispiele genannt: das Böse, die Einsamkeit, die Krankheit, noch anderes. Aber wir müssen auch hinschauen. Nur wer dem Drachen in die Augen sieht, kann ihm auch standhalten, ihn vielleicht besiegen. Im Auftrag des Auferstandenen, der den Drachen in seine Schranken weist. Der den Drachen längst besiegt hat.

Amen.