Home  |  Login  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap
zurück     Drucken     per Mail versenden          
zurück     Drucken     per Mail versenden          
Home  |  Login  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap

Die Orgel in der Kirche

Quelle: Kirchengemeinde Denzlingen, hn
 
Die Tschöckel-Orgel steht seit 1985 an diesem Platz und bestimmt das Aussehen des Kirchenraums. Durch ihre Ausstattung und die Platzierung ermöglicht die Orgel nicht nur die Musikbegleitung im Gottesdienst, sondern auch Orgelkonzerte und insbesondere die Mitwirkung bei Kantatengottesdiensten.
 
Drei Manuale, und dazu die Pedale: wieviele Orgelpfeifen sind wohl in diesem Instrument enthalten?
An welchen Orten in der Kirche hatten die vorhergehenden Orgeln ihren Platz? 
 
 
 

 

Die Disposition der Orgel:

Hauptwerk C — g‘‘‘, 1. Manual:

 

1)  

Bourdon 16‘

gibt dem Hauptwerk Gravität, außerdem geeignet für eine manualiter zu   spielende Bassstimme

2)  

Prinzipal 8‘

Grundstimme, füllig weich und singend.

Die Pfeifen von C —   cs’ stehen sichtbar im Prospekt.

3)  

Koppelflöte 8‘

weiches Begleitregister

4)  

Oktave 4‘

Oktavregister zu Prinzipal 8‘

5)  

Salizet 4‘

streichender Klang, zur Aufhellung der Koppelflöte

6)  

Blockflöte 2‘

perlende Pfeifenreihe für rasches Passagenspiel und für Trio

7)                    

 Kleinkornett   3f.   

4‘—2 2/3‘— 1 3/5‘

Soloregister, Diskant-Verstärker, (ab go)

8)  

Mixtur 4f. 2‘

Klangkrone des HW. Pro Taste 4Pfeifen in Quint- und   Oktavabstand

9)  

Trompete 8‘

strahlender, festlicher Trompetenklang für Solospiel und zur Stärkung   des Gesamtklanges

 

Brustwerk C — g‘‘‘, II. und III. Manual (schwellbar):

 

10)

Gedeckt 8‘

tragende Grundstimme, Begleitregister

11)

Rohrflöte 4‘

helle freche Flöte mit leicht qlucksender Ansprache

12)

Nasard 2 2/13‘

färbende Quintreihe für helle Klangfärbungen

13)

Prinzipal 2‘

kräftige Prinzipalbasis des BW

14)

Terz 1 3/5‘

stark färbende Terzreihe für Solo und Trioregistrierungen

15)

I1Quinte 1 1/3

hohes Quintregister

16)

Oktävlein 1‘

glitzernde Oktavstimme

17)

Krummhorn 8‘

charakteristische Zungenstimme

 

Pedal C — f`‘

 

18)

    Subbaß 16‘

grundlegendes Bassregister

19)   

Oktavbaß 8‘

kräftige Prinzipalstimme, die Töne F, 0, A, H, cs stehen im Prospekt

20)

    Gemsbaß 8‘

leicht streichendes Bassregister zur Aufhellung des Subbass 16‘

21)

    Flötgedeckt 4‘

aufhellendes Pedalregister zum zarten Cantus—Firmus—Spiel und für   Trioregistrierungen

22)

   Hintersatz

4‘—       2‘— 1 1/3‘—1‘

kräftige Klangkrone des Pedalwerkes

23)

    Fagott 16‘

Bassstimme

 

(Ergänzung – Nübling: ca. 1580 Pfeifen)

 

Zur Einweihung am 12.05.1985 wurde eine Festschrift erstellt:

 

Die Vorgängerorgel stand auf der Empore auf der Westseite

Zeitungsartikel zur Einweihung der Orgel 1933:

 

Geschichte der Orgeln in der Kirche:

Orgeln in der Evangelischen Kirche

Auszug aus dem Aufsatz von Dieter Ohmberger:

1718/19

Das für uns so wertvolle und schon mehrmals zitierte Visitations-Protokoll von 1718/19 gibt uns auch erste Auskunft in Sachen Orgel. Pfarrer Axt wird gefragt: Ob eyne Orgel darinnen (gemeint ist die obere Kirche) undt wer sie schlage? Nein, antwortet Pfarrer Axt. Das bedeutet, in jenem Jahr gab es demnach keine Orgel in der Georgskirche.

1741 

1741 hören wir dann erstmals von einer Orgel: Die auf die neue Orgel verwendeten Unkosten hat man aus bestehender Stiftung der hießigen Kirche, auch in der Gemeindt gesammelte Collecte bestritten, undt hat der hießige H. Pfarrer Wagner die gesamte Rechnung derselben geführt. Wie die hießige neue Orgel fertig und selbige probiert worden, hat man den Orgel Macher nebst seinen Gesellen ein Mahlzeit gegeben, welche dann nebst denen Vorgesetzten undt anderen dabey gewesenen Personen verzehret = 12 Gulden, 14 Kreuzer 45) .

1756 

Im Jahr 1756 wird eine neue Orgel mit 11 Registern von Orgelbauer Johann Baptist Hug in Freiburg für 500 Gulden gekauft und installiert. Die alte Orgel von 1741 wird nach Bischoffingen verkauft. Sie war den Denzlingern für die neue, größere Kirche zuklein 46) .

1819

Von einer kuriosen Orgel-Reparatur erfahren wir im Jahr 1819. Die Waldkircher Orgelbauer Ludwig und Mathias Martin mußten die gestohlenen Prospektpfeifen ersetzen 47) .

1855

Die nächste Orgel wurde 1855 bei Orgelmacher Johann Merklin in Freiburg gekauft 48) . Über den Standort der neuen Orgel wurde heftig diskutiert. Die Denzlinger wollten die Orgel an ihrem bisherigen Standort, auf der nördliche Empore am östlichen Ende rechts vom Chor, der Kanzel gegenüber haben. Die Bezirks-Bauinspektion bevorzugte den Standort auf der westlichen Empore, über dem Haupteingang. Trotz großer Bemühungen durch Pfarrer Rupp blieb Emmendingen dabei und antwortete zum Schluß: Man könne und wolle  nicht von den genehmigten Plänen abweichen 49) . Seit diesem Zeitpunkt stand die Orgel, bis 1985, an diesem Ort.

1867

Am 02.09.1867 schließt die Gemeinde Denzlingen mit dem Orgelbauer Jacob Forell von Freiburg einen Vertrag zur Instandhaltung der Orgel. In den Jahren 1890 war der Orgelbauer Anton Kiene von Waldkirch mit der Wartung und Stimmung der Orgel beauftragt. 1897 wurde ein neues Gebläse eingebaut. 1928 wurde ein Orgelfond gegründet und mit 10.000 Mark ausgestattet.

1885

Am 01.07.1885 wird Hauptlehrer Johann Michael Manger als Organist für ein Jahresgehalt von 154,28 Mark angestellt. Im Jahr 1923, es herrschte Inflation, hatte der Organist das Traumgehalt von 50 Millionen Mark und konnte sich doch kaum etwas dafür kaufen.

1933

1933 ist wieder eine neue Orgel bei der Firma Walcker in Steinsfurt zum Preis von 8.700 Mark gekauft worden, die am 3.Advent 1933 feierlich eingeweiht wurde. Sie stand, wie ihre Vorgängerin, auf der Empore über der westlichen Eingangstür. Diese Orgel tat ihren Dienst bis 1985. Im Frühjahr 1961, beim großen Umbau des Kirchenraumes wurde sie abgebaut und durch die Firma Kemper u. Sohn in Lübeck überholt und modernisiert. Sie stand ab 1961 auf der neuen Empore, über dem westlichen Eingang.

1985

Am 12.05.1985 wurde die heutige Tschöckel-Orgel, mit einem Festgottesdienst von Oberkirchenrat Karl Theodor Schäfer eingeweiht. Sie steht nicht mehr am Platz ihrer Vorgängerin, sondern in der Nordostecke im Erdgeschoß des Kirchenraumes.

als pdf zum Download:

15.04.2015 hn