Gemeindehaus

 

Quelle: ev. Kirchengemeinde Denzlingen

Quelle: ev. Kirchengemeinde Denzlingen

Quelle: ev. Kirchengemeinde Denzlingen

Ein Gemeindehaus wird gewünscht – und verwirklicht

Im Jahr 1926 wurde im Mattenbühl eine Kinderschule gebaut, dessen Räume auch für die Gemeinde zur Verfügung standen. (durch Spenden der Familie Scherberger, Hauptstr. 69)

(Gemeindegruppen trafen sich in Räumen des Pfarrhauses oder im Schulhaus.)
 
Im Jahr 1927 überzeugt Kirchenrat Otto Raupp den Kirchengemeinderat, dass in Denzlingen ein Gemeindehaus benötigt wird für eine Kinderschule im Oberdorf und für verschiedene Zwecke des Gemeindelebens. Ein Antrag wurde beschlossen und beim Bezirksamt in Emmendingen sowie beim Oberkirchenrat in Karlsruhe eingereicht.
Die erste Spendensammlung im November 1927 erbrachte 227,55 Mark. doch die wirtschaftlichen Verhältnisse und Probleme beim Grundstückserwerb verhinderten eine Verwirklichung.
Im Jahr 1938 ging Kirchenrat Otto Raupp in den Ruhestand. Sein Nachfolger Pfr. Hermann Leser übernahm sofort die Aufgabe und erneuerte bei der Gemeinde einen Antrag auf ein Gemeindehaus. Aus seiner Vorgängergemeinde Legelshurst hatte er auch einen Bauplan als Vorlage, der für Denzlingen nur wenig abgeändert wurde.

Am 20. April 1939 wurde die Baugenehmigung erteilt. Die Bauleitung erhielt der Denzlinger Bauunternehmer Gaus. Der Bauplatz wurde vorbereitet und erste Materialien bestellt. Doch verbunden mit dem Beginn des 2. Weltkriegs wurde ein Baustopp verordnet. 
Pfarrer Leser ließ trotz des Verbots das Fundament erstellen, danach in kleinen Schritten jeweils ein weiteres Element, bis der Rohbau erstellt war.
Am 3. Mai 1940 war der Rohbau fertig. Die Rechnungen mussten jetzt bei der Finanzabteilung in Karlsruhe vorgelegt werden. Da wurde der Verstoß gegen das Bauverbot offensichtlich. Es folgten zähe Verhandlungen, bis am 16. September 1940 doch die Genehmigung zum Bau des Gemeindehauses  ausgestellt wurde. Die Baukosten betrugen 19.400 Reichsmark.
Am 2. November 1941 wurde das Gemeindehaus eingeweiht. Zum Festgottesdienst kam Landesbischof D. Kühlewein.
 
Literaturangabe: Denzlingen Band 2, Dieter Ohmberger, Dieter Geuenich
 
 
 

Spätestens ab 1970 genügte das bisherige Gemeindehaus nicht mehr den Anforderungen für die Gemeindearbeit. Viele Gemeindegruppen waren entstanden. Trotz der Trennwand konnten keine Gruppen parallel im Gemeindehaus sein. Die Teeküche war mit 3 qm viel zu klein. Ein "Arbeitskreis Gemeindehaus" initiierte und verantwortete viele Veranstaltungen um Spendengelder zu erwirtschaften. Es war ein richtiger Aufbruch in der Gemeindearbeit zu spüren.
Die Einweihungsfeier am 11. Februar 1979.
 
Im Ergebnis wurde es das heutige Karl-Höfflin-Gemeindehaus. Auffällig und sehr nutzungsfreundlich ist die Wabenform der Räume mit den stabilen Trennwänden. Eine Aufteilung in Jugend- und Erwachsenenbereich erleichterte die parallele Nutzung für unterschiedliche Aktivitäten.   
 
In den Jahren 2020 bis 2021 wurde das KHG total renoviert. Es zeigt sich heute in freundlicher Helligkeit, mit einer attraktiven Küche und einer zeitgemäßen Toilettenanlage. 
 
 
 

Quelle: ev. Kirchengemeinde Denzlingen

 
 
Raumprogramm
als Vorgabe für Planungsentwürfe
für den Neubau eines Gemeindehauses
für die Evangelische Kirchengemeinde Denzlingen
Juni 1976
 
1. Eingangsbereich - Foyer mit Garderobe ca. 100 qm
Der Eingangsbereich dient der inneren Erschließung des Gemeindehauses und stellt zugleich die Verbindung zum Westeingang der Kirche her. Er ist Kommunikationsebene, wird bei großen Veranstaltungen in das Raumprogramm der Räume 1, 2 und 3 einbezogen und dient im abseitigen Bereich - gelegentlich zum Tischtennisspiel.
 
Anforderungen: 
Zugang über den Windfang
Garderobe verdeckt angeordnet
Zugang zu den WCs, über gesonderten Flur
Zugang zum Außenbereich
Platz für Tischtennis
 
2. Großer Gemeinderaum - 90 qm - bei 1,3 qm/Person für 70 Personen (heute Raum 2)
 
Der große Gemeinderaum ist Erstkristallisationspunkt einer Gruppe von Gemeinderäumen, die den "ruhigen" Bereich bilden. Er ist vom Eingangsbereich zugängig und kann nach 2 Seiten durch die Räume 2 und 4 durch Schiebetüren erweitert werden.
Bei gleichzeitiger Nutzung dieser Räume dient er als Pufferzone. Vorgelagert ist der Außenbereich für sommerliche Veranstaltungen.
 
Anforderungen:
Verbindung zum Eingangsbereich - Einbeziehung des Eingangsbereichs bei großen Veranstaltungen
Ausgänge zum Außenbereich
Einbauschrank für Projektor, Stereoanlage, Schaltpult für Bühne
Verdunkelungsvorhänge
Schiebetürenwände zu den Räumen 1 und 3
 
3. Gemeinderaum - 50 qm - - für ca. 40 Personen (heute Raum 1)
 
Der Gemeinderaum dient als Gruppenraum im "ruhigen" Bereich u.a. für den Konfirmandenunterricht und dem Konvent. Der große Gemeinderaum kann durch ihn um 50 qm auf 140 qm für 110 Personen vergrößert werden. Außerdem ist es hier möglich eine Bühne aufzubauen.
 
Anforderungen:
Verbindung zum Eingangsbereich
Schiebetürwand zum großen Gemeinderaum
Einbauschrank (für Arbeitsgruppen)
Nähe zum Abstellraum (Podeste)
für die Nutzung der Bühne: Vorhang und E-Installation
Verbindung zum Stuhllagerraum
Verdunkelungsvorhänge.
 
4. Gemeinderaum - 45 qm - für 35 Personen (heute Raum 3)
 
Der Gemeinderaum beherbergt die ökumenische Begegnungsstätte und hat Verbindung zur Teeküche. Alle 3 Gemeinderäume zusammen, haben 185 qm und bieten annähernd 150 Personen Platz.
 
Anforderungen:
Verbindung zum Eingangsbereich
Schiebetürwand zum großen Gemeinderaum
Durchreiche zur Küche
Einbauschrank (für Arbeitsgruppen)
Ausgang zum Außenbereich
Verdunkelungsvorhänge
 
5. Teeküche -  15 qm 
 
Die Teeküche dient dem "ruhigen Bereich" und trennt vom "lauten". Sie muss so bemessen sein, dass mehrere Personen zugleich arbeiten können.
Einrichtung: 3 Kühlschränke, Doppelspüle, Herd, Hockerkocher, Backofen
Schränke für 150 Kaffee-Geschirre, 100 Teller, 200 Gläser, Töpfe, Kannen, usw.
 
Anforderungen:
Verbindung zum Eingangsbereich (Anlieferung)
Durchreiche zum Gemeinderaum
Entlüftung
 
Gruppenräume
6.  mit 25 qm (heute Nr. 4)
7.  mit 35 qm (heute Nr. 5)
8.  mit 35 qm (heute Nr. 6)
9.  mit 40 qm (heute Nr. 7)
 
Die Gruppenräume bilden - am gesonderten Flur - den "lauten Beriech". Eine spätere Erweiterung um weitere Gruppenräume muss möglich sein.
Der "laute Bereich" muss eine gesonderte Zugangsmöglichkeit haben. (Reinigung)
 
Anforderungen:
keine Verbindung untereinander (Lärm)
Verbindung zum Flur
kein "gefangenen" Räume, auch nicht die spätere Erweiterung.
Je eine Einbauschrankwand
 
10. Abstellraum - 10 qm (heute Medienraum)
 
Der Abstellraum dient dem Abstellen von Gerät aller Art. (Bühnenpodeste, TT-Platte)
 
Anforderungen:
Nähe zum Gemeinderaum (1) und Eingangsbereich
 
11. Stuhllager - 10 qm (heute "Garage")
 
Das Stuhllager dient dem Lagern von Stühlen und Klapptischen ausschließlich
 
Anforderungen:
Lager für die Räume (heute 1 +2)
kein abgeschlossener Raum erforderlich
(ggfs. verdeckte Nische ausreichend)
 
12. Abstellraum - 10 qm - 
 
Allgemeiner Abstellraum zum Lagern von fertigen Bastelsachen, Werbematerial, Tombolapreisen, Flohmarkt etc.
 
Anforderung:
möglichst nicht auf der Sonnenseite
 
13. Sanitärräume - 30 qm
 
Es ist nur eine Sanitär-Raum-Einheit erwünscht. Sie wird dem "ruhigen" und dem "lauten" Bereich dienen. Eine Zuordnung zur Küche (gemeinsame Anschlüsse) wird nicht gefordert.
 
Ausstattung:
Frauen: 2 Aborte, 2 Waschbecken
Männer: 1 Abort, 2 Pissstände, 2 Waschbecken
 
Anforderungen:
Verbindung zum Flur im "lauten Bereich"
1 WC für Behinderte
 
14. Heizung
 
Ölheizung
Anforderungen
Raum nicht größer als für Kessel erforderlich
 
15 Öllager
 
Anforderungen:
Bei Nicht-Unterkellerung Erdtank
Lagermöglichkeit für 1 Jahr
 
aufgestellt: Seesemann, Juni 1976
 
 
 
 

 
Der Blick vom Kirchturm zeigt die einzigartige Bauweise.
Gebaut wurde das Gemeindehaus im Jahr 1979.
 
Eine Renovierung kam im Jahr 2021 zum Abschluss. Damit ist in diesen Räumen eine vielfältige Gemeindearbeit möglich. 
 
Sechs Jahre hat es gedauert von der Feststellung, was alles renoviert werden muss, bis zur Fertigstellung. 
2015 fand die erste Besichtigung statt und einer Liste mit notwendigen Arbeiten wurde erstellt.
Die Durchführung des ersten Bauabschnitts wurde beschlossen. Das Dach und die Fenster wurden erneuert. (Also die Hülle des Hauses)
Es gelang die Eigenmittel zu erhöhen: Durch den Verkauf der Gemeinderäume in der Allmendstraße. Zusätzlich sammelten wir Spenden aus der Gemeinde. Eine konzentrierte Aktion über drei Jahre war das erfolgreiche Fundraisingprojekt.
Für den Bauabschnitt 2 (die Decke innen, die Leuchten, Trennwände, Fußboden, die gesamte Elektrik) bekamen wir im Nov. 2017 die Finanzierung genehmigt. Aber weil nicht alle Details in der Ausführung die Zustimmung des Baureferats im EOK gefunden hatten, kam es zum Baustopp. Es entwickelte sich ein dicker Knoten in der Kommunikation zwischen dem KGR, der WGF und dem Bauamt im EOK, der schwer aufzulösen war.
Im Oktober 2018 wurde im KGR umstrukturiert. Ein Lenkungskreises KHG Renovierung wurde gebildet. Weil die Aussicht bestand, dass das gesamte Vorhaben finanziert werden kann, wurde dem Lenkungskreis die Aufgabe übertragen, dafür die Planung vorzubereiten, mit dem Architektenbüro und dem Baureferat im EOK zu beraten und dem KGR einen Vorschlag zur Verwirklichung vorzulegen.
Wir hofften auf einen Baubeginn im Juli 2019 und mussten warten auf den Beginn der Arbeiten im Januar 2020. Die Firmen arbeiteten gut koordiniert mit absolutem großem Tempo in den ersten zehn Wochen. Die Jugendräume waren schon fertig und standen für die Gemeindearbeit zur Verfügung, die Räume 1 – 3 waren ab April 2020 fertig, die WC Anlagen im Sommer 2020. Bis die Küche eingebaut war, wurde es Juli 2021.
 

NAMENSGEBER FÜR DAS KARL-HÖFFLIN-GEMEINDEHAUS
 

Quelle: ev. Kirchengemeinde Denzlingen


In einem Gedenkgottesdienst am 12. Februar 1990 wurde der Beschluss des Kirchengemeinderats bekanntgegeben, dem Gemeindehaus künftig den Namen KARL-HÖFFLIN-GEMEINDEHAUS zu geben. Denen, die Karl Höfflin nicht mehr kennen gelernt hatten, wurde in diesem Gottesdienst ein lebendiges Bild von seiner Originalität, seinem weiten Horizont, seinem besonderen Urteilsvermögen und Tatkraft vermittelt.
Karl Höfflin hat mit seiner vom tiefen Glauben und biblischer Weisheit geprägten Persönlichkeit neben seinem Beruf als Landwirt vom „Südhof“ unverwischbare Spuren im Leben der Denzlinger Gemeinde gelegt. In vielfältiger Weise hat er sich mit seinen Gaben und seiner Initiativbereitschaft in der Gemeinde eingebracht. Er war Bläser im Posaunenchor, Sänger und Obmann im Kirchenchor, Mitarbeiter im Kindergottesdienst, Mitglied des Kirchengemeinderats und Prädikat im Ev. Kirchenbezirk Emmendingen. Vielen Menschen aus dem Ort war er ein guter Ratgeber und Helfer.
Sein Tod am 11. Februar 1979, während der Einweihungsfeier des Gemeindehauses, hat nicht nur die Ehefrau Elise und die Familie tief getroffen, sondern auch alle, die sich mit der Gemeinde verbunden wussten.
Die Namensgebung ist nicht im sinne einer Ehrung geschehen. Karl Höfflin hätte das niemals zugelassen. Es vielmehr ein Ausdruck von Dankbarkeit, dass wir ihn hatten, und es soll mithelfen, dass uns als Gemeinde bewahrt bleibt, womit Gott uns reich beschenkt hat.
Ein Satz aus einer seiner ausdruckvollen Predigten soll uns dabei leiten:
„Es gibt ein Rückwärtsschauen, das uns nicht guttut. Aber die Bibel redet an vielen Stellen vom Gedenken an die vorigen Zeiten, nicht um der Gegenwart auszuweichen, sondern um sie zu meistern und um der Zukunft mit Zuversicht entgegenzusehen.“
 
Karl Höfflin – Rede zur Einweihung des Gemeindehauses – 11.02.1979
 
Ein Kirchengemeinderat erinnert sich.
 
Es war vor langer, langer Zeit
da machte sich die Einsicht breit,
dass unser altes, gutes Haus
uns, die wir gingen ein und aus,
nicht mehr so ganz gewachsen war.
Zwei Räume nur, das war ganz klar,
das war einfach ein bisschen knapp
für so viel Gemeinde zippel zapp.
 
Als nächstes stand die Überlegung:
Wer bringt die Sache in Bewegung?
Ich sprech wohl kein Geheimnis aus:
Der Arbeitskreis Gemeindehaus
wars wohl, der sann und überlegte,
Strohblumen pflanzte und Kontakte pflegte,
das schöne Herbstfest uns erdachte,
Weihnachtssterne und Ostereier machte.
Und noch unzählige andere Sachen
sollen uns das Bauen möglich machen.
Drum ein Schluck hinter die Binde
auf den Arbeitskreis und die Sieglinde!
 
Als nächstes kam das Raumprogramm
Worauf man sich nunmehr besann,
wer, wo und wann gedacht zu tagen
sollt jeder Kreis erst einmal sagen.
Und jede Art Aktivitäten
wollt man auch zuerst bereden.
Bevor man dacht an Architekten
und was für Pläne die ausheckten,
und ob man sich wollt flach ausbreiten,
ob in die Höh – es ließ sich streiten.
Doch: „Meine Herren“, sprach Seesemann
„Zuerst will ich ein Raumprogramm!“
Als dieses stand, da schaute man
Wer damit etwas machen kann.
 
Dann kam der Tag, da wurd beschlossen
(wir haben´s auch dezent begossen),
was nach so manchen Diskussionen
über Stil, Zweckbau und Millionen
sollte von uns den Zuschlag kriegen.
Ein Plan bleib auf der Strecke liegen.
Und auch die schöne Kegelbahn,
die schon manche entstehen sah´n
(hier unten wollt man sie betreiben)
mussten wir in die Wolken schreiben.
 
Doch trotz so mancherlei Malheur,
der Voranschlag wuchs immer mehr,
war´s tröstlich doch für uns zu wissen,
dass wir nicht alles zahlen müssen.
Wir haben ja im roten Haus
jemand, der uns hilft manchmal aus.
Denn wär nicht der OK. manchmal okay
wär schnell KO unser Portemonnaie.
Drum wollen wir die hohen Herren
mit unserem besten Dank beehren.
Vor allem, weil wir jetzt schon wissen
dass sie uns noch öfter helfen müssen.
Das nächste Prost drum in der Tat
gilt unserem Oberkirchenrat!
 
Und auch so manche andere Stellen
wollen wir jetzt beim Namen nennen.
Das Rathaus, Kirchenbezirk und Kreis
haben geholfen – und wer weiß
wer noch wär´ alles aufzuzählen.
Doch, dass ich ja lass keinen fehlen
sag ich – die Lücken mir verzeiht –
ein Prosit auf die Obrigkeit!
 
Indessen ward bei uns ernannt
ein Gremium schon bald bekannt
unter dem Namen „Bauausschuss“,
der fast tagtäglich nächtlich tagen muss.
Die Herren haben unverdrossen
manch guten Beschluss beschlossen.
Wir anderen waren es gewohnt,
dass man mit Kleinkram uns verschont.
 
Nur so bei Geld und Energie,
da für die Lampen mussten sie
den ganzen Kirchengemeinderat befragen.
Sie machten´s gut, das muss ich sagen – ,
darum ein großer, kräftiger Guss
auf unseren ganzen Bauausschuss!
 
Jetzt komm ich einen Augenblick
auf jene entscheidende Zeit zurück
Als vor 765 Tagen
ein jeder von uns klar musste sagen,
wessen Haus wir nun sollten bauen.
Die Wahl war schwer (ich sag´s im Vertrauen),
sie ist nicht einstimmig ausgefallen.
Aber ich glaube jetzt, dass von allen,
die mit dem Plan damals nicht glücklich waren,
keiner mehr wollt, der Zug wäre anders gefahren.
Auch ich nicht, ich sag´s frei heraus:
Mein Kompliment für dieses Haus!
Drum machen wir jetzt die Kehle nass:
Auf die Architektengruppe Sass!
 
Zum Glück gibt es auch noch heute
Unter uns ganz begabte Leute.
Die konnten mit den Architekten
Gedanken, die in Plänen steckten,
mit Steinen, Gips und anderen Sachen
ein Haus, wie dieses hier ist, machen.
Sie haben sich viel Mühe gegeben.
Drum wollen wir das Glas erheben
Zum 6. Male hier und heute:
Zum Wohl auf unsere Handwerksleute!
 
Wir wollen heut auch nicht vergessen,
dieweil wir grad zu Mittag essen,
wieviele Hände und Gedanken
bereit sind, um uns aufzutanken.
Wieviele Tisch und Boden wischten
bei Festen, Wein und Bier auftischten,
wie viele für dies Haus haben gespendet,
ihr Herz und Zeit daran gewendet,
gewerkt, gewirkt, gebastelt haben –
auch die, die dies noch vor sich haben.
Schatzmeister Wiebe hat verraten,
es sei noch Raum für gute Taten.
Wir wollen heute allen danken
auch über unsres Kirchturms Schranken
Den Glaubensbrüdern, Kolpingsöhnen –
Auch solchen, die mit schönen Tönen
und vielen anderen netten Sachen
unsere Festfreude reicher machen.
 
Und schließlich sein auch noch erwähnt
ein Ehepaar, das wohl fast jeder kennt.
Ich mein die Nachbarn hier nebenan,
von denen man ja wohl sagen kann,
die ganze Zeit schon seit hier wird gebaut
hatten sie schon manchmal rüber geschaut.
Darum, so mein ich, fahren wir fort,
auf die Nachbarsleut und alle Bürger am Ort!
 
Zum Schluss möchte ich gern noch eines sagen:
Am alten Haus hat es an manchen Tagen
von der Decke getropft, ich glaub, es kam vom Regen.
Auf dem Speicher mussten wir eine Plane auslegen.
Ich hoff´, dass uns mit unsrem Titan
so etwas nicht mehr passieren kann.
Doch andererseits wünsch ich auch diesem Haus
Uund alle, die darin gehen ein und aus,
dass auch hier des Himmels Licht und Regen,
man könnte auch sagen „Gottes Segen“
immer wieder durch Dach und Fenster dringen.
Ein letztes Prost auf dieses Gelingen!
 
Karl Höfflin
 
erstellt 2021 Hartmut Nübling